Speiseplan meiner Garnelen

Garnelenfutter auf der Speisekarte stehen...

Zwerggarnelen weiden im Aquarium unermüdlich Oberflächen ab, auf denen sich Algen, Einzeller und Bakterien befinden. Sie streifen mit ihren borstenbewachsenen Scheren diesen Aufwuchs ab oder fressen weiches, sich zersetzendes Material.

Als Hauptnahrungsmittel reiche ich ihnen daher immer ein paar getrocknete Laubblätter (Seemandelbaum-, Eichen- und Walnussblätter), die erst mal heiß überbrühe und etwas einweiche, bevor ich sie ins Wasser gebe. Während die eher harten Catappa- und Eichenblätter wochenlang im Becken bleiben, bis sie sich ganz zersetzt haben bzw. gefressen wurden, sind die weichen Walnussblätter der große "Renner". Stetiger Nachschub alle paar Tage wird gerne an- und sofort in Angriff genommen.

Auch über frische oder getrocknete Brennesselblätter freuen sich meine Garnelen und Schnecken gleichermaßen. Hier in der Großstadt ist es allerdings gar nicht leicht für mich, an nicht von Abgasen oder Hundeurin verunreinigte Exemplare zu gelangen.

Aus Angst vor Pestiziden verzichte ich vorläufig ganz auf das Füttern von Gemüse und Zuckerhaltiges kommt mir wegen der drohenden Gefahr einer Bakterienblüte nicht ins Becken. Update: alle paar Tage mal bekommen meine Garnelen mal ein Stückchen Blatt vom Blumenkohl oder auch Chinakohl - aber nicht in rohem Zustand, sondern ein paar Minuten lang in Wasser gelegt in der Microwelle gekocht - Blumenkohlblätter mindestens 5 Minuten lang.

Ein wenig Abwechslung auf dem Speiseplan möchte ich meinen kleinen Lieblingen aber natürlich schon bieten. In Peter`s Laden bin ich Stammkundin - hier gibt es eine große Auswahl an Futtersticks und sonstigen Leckereien, die ganz speziell auf die Bedürfnisse der Garnelen abgestimmt sind. Meinen Kleinen schmeckt's und sie sind gesund und munter.

Natürlich bin ich als Frau und brave Konsumentin auch für gute Werbung und ansprechende Verpackungen sehr empfänglich. Daher gibt es neben den schlichten Plastiktütchen aus Peter's Laden auch die stylischeren ShrimpKing- und Shirakura Ebi Dama -Tütchen in meinem großen Futterkorb im Regal. Chi Ebi Staubfutter in ganz geringer Dosierung benutze ich gerne zum "Anfüttern" von einlaufenden Aquarien und für frisch entlassene Babygarnelen.

Update März 2013: Mittlerweile hat sich meine Palette an Garnelenfutter recht drastisch erweitert. Auf die hannover Messe hat mir ein polnischer Garnelenzüchter die ganze Palette der Futtersorten von Borneo Wild mitgebracht, die leider in Deutschland (noch) nicht im Handel erhältlich sind. Und sehr eifrig sind nun bei mir die verschiedensten Produkte von Genchem im Einsatz, die z.B. bei Garnelen-Tom erhältlich sind. Er schwört darauf, dass bei ihm viel mehr Jungtiere hochkommen, seit er Genchem Polytase und Genchem Biozyme einsetzt. Und ich hoffe auf eine ähnliche Entwicklung bei mir ;-).

Wieso weniger hier mehr ist

Der Züchter meines Vertrauens, von dem die meisten meiner Garnelen stammen, hat mir vor, mit und nach der Lieferung meiner ersten Taiwan Bees massiv eingeschärft, ihnen in der ersten Woche absolut gar kein Futter zu geben. Außer dem Laub und dem natürlichen Aufwuchs bzw. den Bakterienfilmen, die sich sowieso im Aquarium befanden. Erst am 7. Tag sollte ich den 12 Tieren dann ein kleines Brennesselblatt als zusätzliches Leckerli gönnen.

Ich gestehe - das war echt hart für mich! Im Laufe meines Lebens habe ich schon so viele verschiedene Tierarten gepflegt, aber noch nie war mir ein so langes Fütterungsverbot erteilt worden. Gerade als Frau hat man doch immer den Drang, seine Lieben mit regelmäßigen und möglichst leckeren Gerichten zu verwöhnen! Meine Tiere waren nie dick, wurden aber immer mit hochwertigem abwechslungsreichem Futter verwöhnt.

Für meine Garnelen musste ich ein wenig umlernen und meinen Fütterungsdrang zügeln. Ich achte immer darauf, dass sich verschiedene Laubblätter in verschiedenen Zersetzungsstadien im Becken befinden. Erst wenn sie bis auf die puren Blattgerippe abgenagt wurde, entferne ich sie wieder. Gefüttert wird nur in Maßen - alle 2-3 Tage kommt eine kleine Portion Zusatzfutter ins Becken. Gerade mal so viel, dass meist nach wenigen Stunden kein Krümelchen davon mehr übrig ist. Die Schnecken sind immer heftige Nahrungskonkurrenten und machen es den Bees schwer, an die leckeren Teile zu gelangen. Dafür sorgen sie aber auch prima dafür, dass keine Futterreste im Boden vergammeln können.

Update: Inzwischen sind einige meiner Becken so gut besetzt, dass ich täglich füttere und mich nicht mehr so stark zurückhalte wie am Anfang. Ich achte allerdings darauf, dass sich keine Gammelherde im Becken bilden und sorge auch durch wöchentliche kräftige Wasserwechsel dafür, dass der Keimgehalt nicht zu hoch wird.

Seit Neuestem setze ich auch Futterschalen in meinen Becken ein. Tom hat mich mit seinem tollen Video dazu inspiriert:


Homepage online

Auf meinen neuen Internetseiten stelle ich mich und mein Hobby vor - die Haltung und Zucht von Zwerggarnelen (insbesondere Taiwan Bees und Red Bees).