Neue Garnelen eingewöhnen

Große Freude - endlich sind die neugekauften Garnelen da!

Bitte jetzt ja nicht ungeduldig sofort die Tüte öffnen und die Garnelchen einfach ins Becken schütten! Das wäre einer der schlimmsten Anfängerfehler, die ihr begehen könntet und würde sehr wahrscheinlich den Tierchen das Leben kosten.

Ich lasse Garnelen-Neuzugänge, die per Post gekommen sind, immer erst eine halbe Stunde im Beutel, damit sie sich an die Lufttemperaturen gewöhnen, die in meiner Wohnung ja vielleicht wärmer oder auch kühler sind, als sie es auf dem Transport erlebt haben. Und dann werden sie umgesiedelt in ein sauberes Gefäß - entweder ein Plastikeimer, der nur diesem Zweck dient und nie mit Putzmitteln in Berührung gekommen ist oder ein 10 Liter fassendes Plastikbecken, das mir auch als Quarantänebecken dient.

Und dann beginnt die Tröpfchenmethode...

Tröpfchenmethode

Im Abschnitt über meine Red Bolts hatte ich ja schon kurz gezeigt und erklärt, wie ich die Neuzugänge langsam an die neuen Wasserwerte des Aquariums gewöhnt habe, das ich als ihr neues Heim ausgesucht hatte. Wenn ihr euch genauer über diese Methode informieren wollt, dann folgt doch einfach diesem Link zu byteorder - dort wird jeder Schritt noch einmal ganz genau m Text und in einem schönen Video erklärt.

Quarantäne

In Garnelenforen liest man immer wieder, dass beim Zukauf neuer Tiere Gesundheitsprobleme auftreten. Entweder werden die neu dazugesetzten Garnelen krank oder versterben sogar, oder es treten die selben Probleme plötzlich beim alten Stamm auf.

Nicht immer muss es hierbei um konkrete Krankheiten oder einen Befall durch Parasiten gehen, grundsätzlich liegt auch der Gedanke nahe, dass Keime, die über die neuen Garnelen in das Hauptbecken gelangen, von dem alten Stamm nicht gut vertragen werden. Natürlich ist auch der umgekehrte Fall denkbar, bei dem die neuen Tiere auf die Keime in dem Hauptbecken negativ reagieren könnten.

Wer seine Garnelen liebt und sie keinem unnötigen Risiko aussetzen will, der setzt Neuzugänge nicht einfach zum alten Stamm ins Becken, sondern setzt sie erst mal in ein Quarantänebecken.

Das kann ein richtiges Aquarium sein, wenn man eines übrig hat, oder auch ein größeres Plastikbecken mit eingelaufenem Filter. Wenn man öfters Tiere zukauft oder tauscht, kann man das Quarantänebecken auch durchlaufen lassen, wenn es gerade nicht gebraucht wird.

Ich rate dazu, das Quarantänebecken ohne Bodengrund nur mit ein paar Blättern zum Verstecken, ein paar Schwimmpflanzen und evtl. einem Moospolster an der Wand einzurichten. Neben dem Filter und evtl. dem Oxydator natürlich, der bei mir auch im Quarantänebecken nicht fehlt. Ohne Bodengrund entdeckt man eventuell eingeschleppte Parasiten wie z.B. Planarien viel leichter. Ganz leer sollte das Becken aber keinesfalls sein, sonst stresst man die Garnelchen, die ja immer etwas zum Abweiden und Verstecken benötigen

Wenn das Transportwasser einen sauberen guten Eindruck macht, darf es gleich mit den Tieren ins Becken. Habe ich die gewohnten Wasserwerte vom Züchter erfahren, passe ich das Frischwasser, das ich jetzt tropfenweise dazu gebe, einfach an diese Werte an. Sonst muss ich halt erst einmal die Wasserwerte des Transportwassers nachmessen, um das Frischwasser an sie anzupassen. Die Umstellung wird für die Garnelen viel einfacher, wenn sie in etwa die gewohnten Wasserwerte wieder erhalten und sich nicht gleich noch an ganz andere Werte anpassen müssen.

Ulli Bauer von Crustahunter beobachtet neue Garnelen im Quarantänebecken erst mal für volle 2 Wochen und beginnt erst dann mit einem Wassertausch zwischen dem Quarantänebecken und dem Zielbecken, in das die Tiere schließlich umgesetzt bwerden sollen. Diese Spiel treibt sie auch wieder volle 2 Wochen.

Ich gestehe, dass ich nicht geduldig genug bin, die Quarantäne über 4 Wochen zu erstrecken. So lange möchte ich mein kleines 10 l Quarantänebecken mit seiner kargen Ausstattung auch den Neuzugängen nicht zumuten. Daher habe ich es gewagt, bereits nach drei Tagen Beobachtung eindeutig kerngesunder und agiler Neuzugänge wie meinen blauen Mosuras mit dem Wasseraustausch zu beginnen. Am ersten Tag habe ich nur morgens und abends etwa drei Esslöffel Wasser von jeweils einem Becken in das andere geschüttet. Von Tag zu Tag habe ich dann die getauschte Wassermenge erhöht und nach 10 Tagen erreicht, dass die Werte in beiden Becken völlig gleich waren und ich die Garnelchen einfach per Kescher in ihr neues Zuhause umsetzen konnte. Alles ging gut und sowohl die neuen Mosuras als auch die alten Blue Bolts sind gesund und kommen prima miteinander aus.



mein Quarantänebecken aus Plastik

Homepage online

Auf meinen neuen Internetseiten stelle ich mich und mein Hobby vor - die Haltung und Zucht von Zwerggarnelen (insbesondere Taiwan Bees und Red Bees).