Meine Wasserwerte

Die Wasserschlepperei beschränkt sich Dank meiner Dennerle Osmoseanlage jetzt auf wenige Meter innerhalb der Wohnung. Die 5 Liter Kanister, in denen mal destilliertes Wasser aus dem Laden war, tun mir jetzt immer noch gute Dienste.

Durch meine Osmoseanlage kann ich zwar die KH des Leitungswassers auf 0 absenken, der pH-Wert des Osmosewassers bleibt aber gleich dem des Ausgangswassers. In München liegt der pH-Wert im Durchschnitt bei 7,49 und im Maximum bei 7,74 - also deutlich im basischen Bereich. Meine Bees und Taiwan Bees mögen es aber lieber saurer, also unterhalb des neutralen Wertes 7.

Daher muss ich mein Osmosewasser nicht nur mit dem Mineralsalz für Bees aufsalzen/aufhärten, sondern auch noch den pH-Wert absenken. Ich benutze dafür einen garnelensicheren pH-Wert-Senker, den ich von meinem Lieblingsgarnelenzüchter beziehe. Inzwischen weiß ich schon sehr gut, wie viele Tropfen ich in den 5-Liter-Kanister Osmosewasser geben muss, um bei meinem Wunschwert 6,5 zu landen. Sicherheitshalber wird aber zwischendurch mal per Tröpfchentest nachgemessen, ob alles stimmt. Mit der Zeit und Routine habe ich ebenfalls ein Gefühl dafür entwickelt, wie viel Bee-Salz für die 5 Liter Wasser in den Messlöffel gehört. Mit meinem kleinen Leitwertmessgerät überprüfe ich nach der ganzen Mischerei, ob ich wieder bei meinem Wunschwert von (inzwischen)300 µS gelandet bin.

Die meisten meiner in der Anfangszeit erworbenen Garnelen stammen von ein und demselben Züchter, von dem ich mich sehr gut beraten fühle und dessen Fachkompetenz ich voll vertraue. Ich weiß von ihm die Wasserwerte und die Bedingungen, unter denen er seine Tiere hält. Um den Garnelchen beim Umzug in mein Wohnzimmer möglichst wenig Stress zu bereiten, habe ich meine Wasserwerte einfach den Werten dieses Züchters angeglichen. Da war ich noch bei 230 µS.

Update: Inzwischen habe ich den Leitwert auf Anraten meiner Münchner Garnelenfreundin auf 300 µS hochgeschraubt. Den PH-Senker verwende ich nicht mehr, weil ich in allen meinen Becken die neutralen Bodengründe gegen aktiven Soil ausgetauscht habe, der den PH-Wert ganz von alleine nach unten zieht - teilweise sogar unter 6,0. Meinen Garnelen scheint dieses recht saure Wasser aber sehr gut zu tun.

Klingt vielleicht auf den ersten Blick einfach, ist aber eigentlich eine sehr komplexe Wissenschaft für sich, die Wasserchemie. Zwischendurch messe ich immer mal wieder auch weitere Wasserwerte in meinen Becken: neben KH und GH auch Nitrit, Nitrat, Phosphat usw.

Da mir bei mittlerweile 15 Becken die 5 Liter Kanister einfach nicht mehr reichen bzw. ich zu viele davon bräuchte, habe ich mir einen großen Plastik-Container auf Rollen aus dem Obi-Baumarkt geholt, in den ca. 75 Liter Wasser reinpassen. Mit Hilfe einer kleinen Eheim-Unterwasserpumpe und einem Gardena Schlauchsystem geht der Wasserwechsel viel schneller und leichter und aus dem Kanisterschleppen ist ein Containerrollen geworden.

 

Wasserchemie-Guide von Taiwanele 

Ein kleiner Leitfaden zur pH-Wert-Senkung, der auf Crustahunter zu finden ist.

 

Meine Methode des Wasserwechsels

Mein Lieblingzüchter wechselt in seinen Becken immer einmal pro Woche 50% des Wassers - er ist ein Vertreter der Frischwasser-Fans und will möglichst Bergbachwasserqualität in seinen Becken erreichen.

Da ich im Internet aber auch über ganz entgegengesetzte Meinungen gestolpert bin (auch von erfolgreichen Taiwan-Bee-Züchtern), die propagieren, nur das verdunstete Wasser aufzufüllen oder maximal 10-20% Wasserwechsel pro Woche zu machen, war ich doch schwer verunsichert, wie ich es denn nun halten soll.

Ich habe mich für einen Kompromiss entschieden. Ich wechsle zwar etwa 50% des Wasserinhaltes meiner Aquarien pro Woche, aber nicht auf einmal, sondern jeden zweiten Tag 5 Liter in jedem Becken.

Vorteil für mich: ich kann mit meinen 6 vollen 5-l-Kanistern nacheinander in allen Becken Wasser wechseln und die Kanister dann gleich mittels Osmose-Anlage neu befüllen. Das Wasser kann dann wieder einen Tag ruhen, bevor es am übernächsten Tag wieder in die Becken geschüttet wird. Den Rhythmus, jeden 2. Tag an den Wasserwechsel denken zu müssen, kann ich mir gut merken :-).

Vorteile für meine Garnelen (wie ich hoffe): sie bekommen viel Frischwasser, wie sie es von Babybeinen an gewöhnt sind. Bei meinen moderaten Wasserwechseln ändern sich die Wasserwerte in den Becken höchstens sehr gering und bei Weitem nicht so stark, wie es bei einem einmaligen Wechsel pro Woche passieren könnte. 

Update: Es sind so viele Becken geworden, dass mir der zweitägige Rhythmus zu zeitaufwändig geworden ist. Ich bin jetzt doch zu einem wöchentlichen Wasserwechsel übergegangen. Je nach Beckengröße wechsle ich allerdings einen unterschiedlichen Prozentanteil - je kleiner das Becken, desto mehr wird prozentual gewechselt. Im 10 Liter-Cube machen 5 Liter Wasserwechsel weit mehr als 50% aus, weil ja auch der Bodengrund Wasser verdrängt und nur ca. 7 Liter tatsächlich im Cube sind. 5 Liter im 30 Liter Cube dagegen machen ca. 20% des Wassers aus.

Ich habe mir momentan angewöhnt, an einem Wochenende in jedem Becken nur 5 Liter Wasser zu wechseln, in der darauffolgenden Woche dafür 10 Liter (außer in den 10 l Cubes natürlich). Im 60er Cube wechsle ich allerding die doppelte Menge, also 10 oder 20 Liter. So ca. alle 6 Wochen mache ich allerdings einen 90%igen Wasserwechsel, um möglichst alle angesammelten Schadstoffe aus den Becken zu bringen und meinen Tieren annähernd Bergquellwasser-Qualität zu bieten. Wenn allerdings gerade frisch geschlüpfte Babys in den Becken sind, verzichte ich kurzzeitig auf zu extreme Wasserwechsel.

Andere machen alles völlig anders!

Ich möchte noch einmal ausdrücklich betonen, dass dies halt mein Weg für meine Garnelen passend für meine Haltungsbedingungen und logistische Möglichkeiten ist, aber keineswegs eine Anleitung sein soll "mach es so und nicht anders".

Andere Taiwan Bee Halter bzw. -Züchter machen nämlich alles völlig anders, aber alles funktioniert bei ihnen bestens.

Es gibt ganz einfach verdammt viele völlig verschiedene Wege, die zum Ziel führen: gesunde Taiwan Bees, die lange und glücklich leben und sich eifrig vermehren.

Es folgt ein Video von Garnelen Tom als Beispiel für ein völlig anderes Set-Up und extrem spärlichen Wasserwechsel.

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Auf meinen neuen Internetseiten stelle ich mich und mein Hobby vor - die Haltung und Zucht von Zwerggarnelen (insbesondere Taiwan Bees und Red Bees).