Neues 60 Liter-Heim der bunten Taiwanertruppe

Dennerle-Cube als Taiwaner-Heim

Aus den verschiedensten Gründen war ich schon längere Zeit nicht mehr mit dem 30- Liter-Cube glücklich, den ich als ersten eingerichtet habe. Geärgert habe ich mich z.B. darüber, dass ich ihn mit den großen Wurzeln, den Stängelpflanzen, Moosen und Tang so vollgestopft habe, dass ich immer nur einen kleinen Teil der Bewohner zu Gesicht bekommen habe. Es war mir nie möglich, in etwa abzuschätzen, wie viele Babys sich in dem Cube so herumtrieben. Die adulten Garnelen haben sich mit Vorliebe auf der rückwärtigen Seite der Wurzel im Schatten aufgehalten - Fotos konnte ich dort kaum von ihnen schießen - die Lichtverhältnisse waren einfach zu schlecht und ich habe (noch) keinen externen Blitz.

Außerdem hatte ich in diesem Cube unter dem schwarzen Kies, auf dem man die KingKongs sowieso kaum gesehen hat, noch den Dennerle Deponit Mix eingebracht. Beim Mulm entfernen und der Lichtung des Stängelpflanzen-Urwaldes kam immer mehr graubrauner Mix hoch und machte den Bodengrund immer unansehlicher.

Der endgültige Grund für meine Entscheidung war jedoch die Unzufriedenheit über die geringe Anzahl an Jungtieren, die aus den ersten beiden Würfen hochkamen. Wenn von ca. 20 entlassenen Babygarnelen am Ende nur noch 2-3 juvenile Garnelen von mehr als 1 cm Größe übrig bleiben, so ist das schon sehr frustrierend. Vom dritten Wurf habe ich zwar mehr Babys gesehen, die die ersten zwei Wochen lebend überstanden haben, aber ich hatte dennoch Angst, dass sie noch verschwinden könnten. Neben den Garnelen trieb sich noch eine Unzahl verschiedenster kleiner Mitbewohner verschiedenster Formen im Cube herum, von deren Harmlosigkeit ich nicht völlig überzeugt war.

Der eigentliche Umzug

Wie ihr wisst, bin ich ja noch keine erfahrene Garnelenhalterin. Ich verkaufe noch keine Garnelen, ich setze noch keine gezielten Verpaarungen an und ich stresse meine Schönheiten nicht gerne.Daher bin ich keineswegs erfahren und geübt im Keschern. Was bei anderen Leuten so leicht und geschickt aussieht, fällt mir leider noch ganz schön schwer.

Mein Plan war, nicht alle Garnelen auf einmal in den neuen Cube umzuziehen, sondern gruppenweise über Tage verteilt. Die Bakteriendichte im neuen Cube sollte eine Chance erhalten, sich auf die wachsende Bevölkerung einzustellen. So fischte ich am ersten Tag lediglich die fünf adulten Taiwan Bees mittels Keschern vom alten Cube in den neuen, die neugierig freiwillig in einen Kescher krochen.

Am nächsten Tag war die Restbevölkerung keineswegs mehr so kooperativ. Ich musste leidvoll feststelle, dass Garnelen unheimlich schnell wegzucken können, hervorragende schnelle Schwimmer sind und ein untrügliches Gespür dafür entwickeln, in welchen unzugänglichen Ecken und Verstecken sie vor meinen ungeschickten Kescher-Versuchen in Sicherheit sind.. Bei dieser anstrengenden Jagd nach weiteren adulten Umzugskandidaten gingen mir aber mehr oder weniger nebenbei und aus Versehen nacheinander drei echte kleine Babys ins Netz. Mit gemischten recht mulmigen Gefühlen habe ich sie kurzerhand auch einfach in den neuen Cube umgesetzt. Taiwaner-Babys mögen keine Veränderungen der Wasserwerte. Ich hatte die messbaren Wasserwerte in beiden Cubes zwar exakt aufeinander abgestimmt, aber es gibt ja noch viel mehr Wasserparameter, als wir gewöhnlich messen.. Und vertragen diese kleinen Würmchen schon den Stress einer einen Meter langen Luftreise von einem Becken in das nächste? Finden sie im neuen Cube auch wirklich alles an Aufwuchs bzw. Kleinstorganismen, die sie so brauchen?

Meine nächsten Ängste und Sorgen bereiteten mir meine tragenden Damen. Mehrere Panda-Damen und erstmalig auch eine junge KingKong-Dame tragen dicke Eierbäuche zur Schau. Sie werden zu ganz unterschiedlichen Zeitpunkten entlassen. Der Umzugsstress in den neuen Cubeund die veränderten Umgebungsverhältnisse könnten natürlich zu Schockhäutungen führen und somit die Eier gefährden. Ich wollte dann aber lieber diese Risiko eingehen, als Gefahr zu laufen, dass sie wieder im alten Cube entlassen. Gottseidank scheinen sie den kurzen Transport alle locker weggesteckt zu habe - ich konnte weder Exuvien sehen, noch entdecken, dass die Eierbäuche schrumpfen und sie heimlich alle Eier abwerfen.

Um an alle adulten Tiere wirklich ranzukommen und sie keschern zu können, musste ich die großen Wurzeln aus dem Cube entfernen. Ich habe sie unter Wasser kräftig geschüttelt, damit möglichst alle versteckten Babys die Flucht ergreifen und nicht mit aus dem Wasser gefischt werden. Dann habe ich die Wurzeln aber sicherheitshalber sofort in das Quarantänebecken und in einen großen Wassereimer getan, der mit dem Wechselwasser aus den Cubes gefüllt war. Und das war auch gut und richtig so!

Bei genauerer Betrachtung durch die Lupe entdeckte ich nämlich doch so einige Babys, die sich offensichtlich am Moos festgekrallt hatten und mit in die Gefäße transportiert wurden. Es hat mich ganz schön viel Zeit gekostet, akribisch alles abzusuchen, die Winzlinge ganz vorsichtig zu keschern und mich dann zu vergewissern, dass sie aus dem Kescher dann auch wirklich den Weg in die Moospolster des großen Cubes gefunden haben. Jetzt geht das große Zittern und Bangen los, ob die Babys den Umzug tatsächlich schadlos überleben oder ob ich sie mit meine Aktion gekillt habe.

Um nicht wirklich alle Babys gleichzeitig zu verlieren, habe ich übrigens einige noch in dem alten Cube belassen. Mindestens 6 gleichzeitig habe ich gezählt - vielleicht verstecken sich aber noch ein paar mehr im dichten Tangpolster. Rote Babys sind übrigens nach wie vor Mangelware im bunten Taiwanerbecken - es bewahrheitet sich absolut, dass die rote Farbe rezessiv übertragen wird. Sehr überrascht war ich allerdings, dass bei den neuen kleinen Babies des dritten Wurfes einige kleine Blue Bolt dabei sind! Die Blue-Bolt Fraktion in meinem Wohnzimmer wird immer stärker!

Das Desaster und die Konsequenzen

Mein Glück mit dem neuen großen Becken währte nur wenige Tage, dann kam der erste wirklich große Rückschlag in meiner kurzen Karriere als erfolgreiche Garnelenhalterin und -vermehrerin. Es starben mir nacheinander mehrere adulte Garnelen und ich sichtete immer weniger Nachwuchs. Recht schnell wurde mir klar, dass irgendetwas schrecklich schief lief!

Genauere Infos zu diesem Desaster könnt ihr hier nachlesen. Bis heute bin ich mir nicht sicher, was da wirklich alles schief gelaufen ist bzw. woran meine Taiwaner verstorben sind.

Ich war jedenfalls so gefrustet, dass ich beschlossen habe, das Becken neu aufzusetzen und es diesmal mit einem aktiven Bodengrund (Soil) und einem Bodenfilter zu versuchen. Hier zeige ich euch, wie es mit dem großen Cube nun weiterging.

Homepage online

Auf meinen neuen Internetseiten stelle ich mich und mein Hobby vor - die Haltung und Zucht von Zwerggarnelen (insbesondere Taiwan Bees und Red Bees).