Probleme mit dem 60er-Cube

Anfangs war ich stolz und glücklich! Ich hatte mein erstes relativ großes Becken mit dünnem Kiesgrund, Moos auf Wurzeln und Außenfilter bestückt und es 4 Wochen einlaufen lassen. Den Umzug der adulten Garnelen und der vielen Babys der bunten Taiwanertruppe hatte ich auch noch ganz gut bewältigt. Ich war froh, dass anscheinend alle Tiere den Umzug gut überstanden hatten und machte eifrig Fotos.

Nach ein paar Tagen dann der erste Schock: ein adulter Bock lag tot im Cube! Als zwei Tage später noch ein ausgewachsenes Männchen leblos von mir aus dem Becken gefischt werden musste, schrillten alle Alarmglocken und ich startete verzweifelt Gegenmaßnahmen: ein größerer Wasserwechsel, eine Easy-Life Überdosierung und frische Erlenzapfen. Fast eine Woche war dann Ruhe. Mir fiel aber auf, dass ich relativ wenige Babys zu Gesicht bekam. Aber ich hoffte noch, dass sie sich im Moos versteckten...

Aber dann ging das Sterben von Neuem los: morgens fischte ich erneut zwei adulte Tiere aus dem Becken - eines war bereits tot, das andere schwer angeschlagen und regte sich kaum noch. Am Abend war es dann auch in den Garnelenhimmel gewandert.

Ich war völlig verzweifelt, weil mir der Grund für das etappenweise Sterben einfach nicht klar war. Alle Wasserwerte, die ich messen konnte, waren in Ordnung. War es eine Wurzel im Becken, die schädliche Stoffe abgab? Ich holte alle Wurzeln raus. War der Durchfluss durch den Außenfilter zu schnell für die guten Bakterien? Ich drosselte den Filter weiter herunter. Oder doch eine bakterielle Infektion? Haben sich die Bakterienstämme der "alten" Truppe nicht mit den 4 neuzugekauften Taiwanern vertragen? Oder habe ich zu viel gefüttert? Ich bin immer noch ratlos und unsicher, was da schief gelaufen ist...

Von "Pyrothess" Sarah aus einem Garnelenforum erhielt ich den Tipp, es mit Erlenzapfensud zu versuchen und sie versprach, mir "Teebeutel" mit einer Kräutermischung zu schicken, die ein Freund von ihr für solche Fälle entwickelt hat.  Von Ulli Bauer hatte ich den Tipp gelesen, es mit einem Aufguss von grünem Tee zu versuchen. Meine Garnelenfreundin Meli riet mir, die Abwehrkräfte der Nelen durch die Fütterung von zerdrückten Bio-Knoblauchzehen zu steigern. Ich versuchte alles...

Es starben in den nächsten Tagen keine weiteren adulten Tiere mehr, aber ich bekam überhaupt keine Babys mehr zu Gesicht. Da reichte es mir endgültig und ich beschloss, den Cube noch einmal ganz neu aufzusetzen und zwar diesmal mit Bodenfilter bzw. -fluter und einem aktiven Soil als Bodengrund. Beim Umsetzen der restlichen Garnelen wurde Volkszählung gemacht: es gab tatsächlich kein einziges Baby mehr im Cube und nur noch 14 adulte und halbwüchsige Tiere. Die schwarzen und blauschwarzen setzte ich zu den Blue Bolts und Mosuras, die roten und rotweißen zu den Red Bolts.

Etwa gleichzeitig zu meinem Massensterben trafen mehrere der Garnelenhalter und -züchter, die ich kenne, übrigens ähnliche harte Rückschläge: bei einem fiel eine Stinkwanze in ein Becken und das Sekret, das sie ausstieß, als sie ertrank, tötete alle Garnelen im Becken. Eine böse Überraschung ist es, wenn man aus dem Urlaub zurückkommt und feststellen muss, dass ein Becken "gekippt" ist und die Hälfte der Tiere tot sind. Bei einem anderen sind für teures Geld importierte Red Bees innerhalb kurzer Zeit fast alle verstorben - wahrscheinlich war der Transportstress zu viel für sie. Einer meiner Mail-Freund hat das gleiche Problem wie ich in seinem Taiwanerbecken: auch bei ihm versterben im Abstand von Tagen immer wieder Tiere, ohne dass er wirklich die Ursache dafür ergründen und festmachen kann.

Hochzuchtgarnelen sind einfach sehr empfindliche Tiere und es erwischt früher oder später fast jeden Halter mit empfindlichen (und teuren) Rückschlägen. Man redet nur nicht gerne drüber...

zu 6. (un)erwünschte Mitbewohner

Homepage online

Auf meinen neuen Internetseiten stelle ich mich und mein Hobby vor - die Haltung und Zucht von Zwerggarnelen (insbesondere Taiwan Bees und Red Bees).